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Die 35 Buchmacher mit einer Sportwetten Lizenz in Deutschland

Nachdem die aktuell geltende Regelung für Sportwetten im Glückspielgesetz einerseits nicht lückendeckend ausformuliert war und andererseits für diverse Unklarheiten und Klagen sorgte, dürfte es nun eine Überarbeitung des Gesetzes geben.

 
Ab 1.1.2018 soll es damit die ersten offiziellen Konzessionen für online Sportwetten-Anbieter in Deutschland geben. Endgültig beschlossen ist das zwar noch nicht aber der politische Wille dies umzusetzen ist mit einem bereits vorliegenden Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2. GlüÄndStV) bewiesen. Bevor wir dir weiter unten die Liste mit den Buchmachern präsentieren die eine Lizenz bekommen dürften, gehen wir kurz auf die aktuelle Situation ein.

 

Warum ist diese Gesetzes-Änderung notwendig?

Die online Buchmacher Tipico und Tipwin haben das zuständige Land Hessen erfolgreich auf die Erteilung einer Sportwetten-Konzession verklagt. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden gab den Klägern dabei Recht, das im Jahr 2012 begonnene Bewerbungsverfahren ausreichend abgeschlossen zu haben und damit den Anspruch auf eine Glückspiel-Konzession erworben zu haben.

 

Warum wurde diese bisher nicht erteilt?

Im Bewerbungsverfahren 2012 gab es 35 Bewerber, welche die geforderten Mindestvoraussetzungen erfüllen konnten und einige weitere die an dieser Stufe scheiterten. In weiterer Folge wurden 20 Buchmacher ausgewählt, denen eine Konzession hätte erteilt werden sollen. Es kam allerdings zu Einsprüchen und Klagen sowohl von Bookies, die sich hinsichtlich der Mindestvoraussetzungen ungerecht behandelt fühlten, wie auch von Buchmachern, welche die Voraussetzungen erfüllten aber nicht unter den 20 ausgewählten Anbietern aufschienen.

 
Dies rief letztlich auch die EU auf den Plan, welche androhte ein Vertragsverletzungsverfahren aufgrund der unionswidrigen Rechtssituation beim Glückspiel in Deutschland einzuleiten.

 

Was wird sich nun für Buchmacher und Sportwetter ändern?

Die stark kritisierte Beschränkung auf 20 Sportwetten-Konzessionen soll der Vergangenheit angehören und es sollen alle 35 online Buchmacher, welche die Mindestvoraussetzungen im Bewerbungsverfahren 2012 erfüllt haben, eine offizielle Lizenz erhalten. Diese lauten wie folgt (die fett markierten wären die 20 ausgewählten Bookies gewesen):

  • Bwin (Electra Works)
  • Betway
  • Tipico
  • Interwetten
  • Bet365 (Hillside New Media)
  • Bet-at-home
  • Admiral Sportwetten
  • XTip (Cashpoint)
  • Happybet (World of Sportsbetting)
  • Tiplix (Betkick Sportwettenservice)
  • Ladbrokes
  • Digibet
  • Betfair (Polco)
  • Bet3000 (IBA Entertainment)
  • BTTY (Ruleo Alpenland)
  • Racebets
  • Star Sportwetten (BGT)
  • Oddsline Entertainment
  • Goldbet Sportwetten
  • Lottomatica
  • Betvictor (Victor Chandler)
  • Fröhlich Sportwetten
  • Stanleybet
  • Betclic (Everest)
  • Tipwin
  • Betbull (Primebet international)
  • Oddset Sportwetten
  • Mabet (Personal Exchange International)
  • Bernd Hobiger Wettbüro
  • Albers Wettbörsen Deutschland
  • ISIK & Top Goal Sportwetten
  • Intermedia
  • Deutsche Sportwetten (Tipp 3, deutsche Telekom)
  • Bet90

Von der Änderung würden also nun Branchenriesen wie Bet365, Betway, Tipico oder Interwetten, um nur einige zu nennen, profitieren.
 

Ein weiteres Bewerbungsverfahren soll folgen, genaueres dazu ist aber noch nicht bekannt. Damit könnten – laut dem aktuellen Entwurf – Anbieter eine Lizenz erhalten, welche 2012 die Mindestvoraussetzungen erfüllt haben, dies aber aktuell nicht mehr tun und Anbieter außen vor bleiben, welche sich seit 2012 etabliert haben.

 
Anstelle von Hessen, welches bisher für das Verfahren zuständig war, soll dann Bayern oder Nordrhein-Westfalen die Verantwortung für das Glückspielgesetz übernehmen. Dies darf ebenfalls zwiespältig betrachtet werden, da in diesen Bundesländern ein größerer Einfluss durch die Politik erwartet wird.

 
Für Sportwetter soll die Verifizierung des Kontos vereinfacht werden und anstelle eines Einsatzlimits von 1.000 Euro pro Monat (das von vielen Bookies bisher nicht vollstreckt wurde), soll eine Verlustgrenze von 1.000 Euro pro Monat eingeführt werden.

 

Was sagen die Wettanbieter zu den geplanten Änderungen?

Bei Tipico zeigt man sich vorsichtig optimistisch, obwohl man an eine Erteilung der Konzession bis zum 1.1.2018 nicht wirklich glauben mag. Die geplanten Änderungen sind aber mal ein Schritt nach vorne.

 
Anderen in der Branche gehen die Änderungen nicht weit genug. Nur die Aufhebung der Begrenzung auf 20 Anbieter wird die EU-Kommission laut Glückspielrechtsexperten nicht befriedigen und die Tatsache, dass Online-Casino und –Poker im Gegensatz zu Sportwetten weiter verboten bleiben sollen, kann wohl nicht gerechtfertigt werden. Auch das Problem des veralteten Bewerbungsverfahren von 2012 könnte zu einem Knackpunkt werden.

 
Sollten diese Ungereimtheiten nicht ausgemerzt werden und die Änderungen tatsächlich in dieser Form beschlossen werden, so dürften weitere Klagen folgen und das ganze Verfahren wird sich erneut massiv verzögern.

 
Die Wettanbieter werden nun erst einmal abwarten und die weiteren Entwicklungen genau beobachten. Große Marketing Investments und Kundenaktionen um den deutschen Markt zu stürmen werden also vorerst eher noch ausbleiben – zumindest solange, bis die ersten Konzessionen tatsächlich vergeben werden.