| Autor: Alexander Trenker

5% Wettsteuer für Kunden in Deutschland

Seit 1. Juli 2012 gilt in Deutschland eine neue Regelung zur Besteuerung von Sportwetten. Der sogenannte Glückspielstaatsvertrag besagt, dass für alle Wetten, die von Kunden mit Wohnsitz in Deutschland getätigt werden, eine Steuer in der Höhe von 5% an den deutschen Fiskus abzuführen ist. Die seit Juli 2012 per Gesetz festgeschriebene 5%-Wettsteuer beschäftigt natürlich die Wettbranche und sorgt für heftige Diskussionen.

 

Warum ist die Besteuerung von 5% der Wetteinsätze so ungewöhnlich und wie wirkt sich diese Steuer auf die Wettkunden aus? Die meisten Wettanbieter arbeiten mit Gewinnmargen die kaum höher als 5% sind. Manche Buchmacher kalkulieren sogar mit Gewinnspannen von unter 5%. Wenn nun von jedem Einsatz 5% Steuer an den deutschen Fiskus abgeliefert werden müssen, dann würden diese Wettanbieter mit jeder Wette unter dem Strich einen Verlust machen. Die Wettbüros können die Wettsteuer also nicht alleine tragen und sind daher quasi gezwungen, diese an die Kunden weiterzugeben.

 

Einige Buchmacher wie William Hill oder 888sport haben sich vom deutschen Wettmarkt aufgrund der Steuerbelastung komplett zurückgezogen. Andere Wettanbieter wie Bet365, Bwin, Sportingbet, Bet-at-Home oder Interwetten sind weiterhin in Deutschland aktiv, sie geben die Steuer aber an die Kunden weiter. Hier gibt es von den Bookies eine unterschiedliche Herangehensweise. Manche Buchmacher (Sportingbet, Bet-at-Home) berechnen die 5% direkt auf die Wetteinsätze. Solltest du beispielsweise eine Sportwette über 100 € platzieren, werden dir automatisch 5% von deinem Einsatz abgezogen. Du spielst die Wette also nur noch mit 95 €. Andere Wettanbieter (Bet365, Bwin, Betvictor) ziehen wiederum die 5% direkt von den Umsätzen ab. Hierbei wird die Steuer dann auf die Bruttogewinne berechnet.

 

Es gibt aber noch einige Buchmacher bei denen in Deutschland völlig steuerfrei gewettet werden kann. Hier bezahlen die Wettanbieter die Sportwetten-Steuer aus der eigenen Tasche und für die Kunden bleibt – zumindest vorerst – alles beim Alten. Beim deutschen Wettanbieter Tipico kannst du beispielsweise weiterhin steuerfrei wetten, auch an den hervorragenden Wettquoten hat Tipico bisher nichts geändert. Mehr Infos über die Tipico Steuer findest du hier!

 

Gleiches gilt für den britischen Buchmacher Ladbrokes sowie die skandinavischen Wettanbieter Betsson, Betsafe und Expekt. Bei diesen fünf Wettbüros können Kunden mit Wohnsitz in Deutschland weiterhin ihre Wetten platzieren ohne Steuern zu bezahlen.

 

Eine gewisse Sonderstellung nimmt die Betfair-Wettbörse ein, da sie nach Definition des Unternehmens kein Buchmacher ist, sondern nur Wetten zwischen Nutzern vermittelt. Ob hier ebenfalls Steuern anfallen ist noch nicht endgültig geklärt. Um aber zukünftige Sanktionen oder Strafzahlungen zu vermeiden hat Betfair seine Wettbörse für deutsche Kunden vorerst geschlossen. Momentan können deutsche Betfair-Kunden lediglich Wetten auf Festquoten abschließen sowie den Poker- und Casinobereich nutzen.

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